Ministerin Ina Scharrenbach besucht Belecke – Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Warstein

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales und Bauen, besuchte am Montagnachmittag Stütings-Mühle, um sich die dortigen Arbeiten anzusehen. Im vergangenen Herbst war der eigentliche Besuchstermin geplant, musste aber wegen Terminschwierigkeiten von Staatssekretär Dr. Jan Heinisch übernommen werden. Er überreichte der Stadt Warstein den Förderbescheid über 173250 Euro. Dieses Geld ist bereits in verschiedene Projekte an Stütings-Mühle investiert worden.

Heimatvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Raulf begrüßte die Ministerin Ina Scharrenbach, Vertreter der Stadt, die Nachtwächterzunft, die Sturmtagskanoniere und informierte alle über den aktuellen Stand der Arbeiten. Davon überzeugte sie sich in einem ausgiebigen Rundgang. Dazu gehörte auch, dass sie sich von Christoph Linn das Sägegatter und der Turbine zur Stromerzeugung vorführen lies. Den fast fertiggestellten Bunker konnte sie, dank der fortgeschrittenen Arbeiten, mit ihren Pumps begehen. Franz-Josef Schiermeister erklärte ihr die Baumassnahmen am kleinen Speicher und sie war begeistert über das gesamte Anwesen. Sie stellte abschliessend fest: „Aus meiner Sicht ist es gut angelegtes Geld.“ Und sie sei sicher, dass der Heimatverein noch weitere interessante Vorhaben plane. „Ihre Arbeit ist ungeheuer wichtig. Die Zeit, die Sie hier investieren ist unbezahlbar.“

Abschließend trug sie sich in das Goldene Buch der Stadt Warstein und als erste in das zweite Buch der Sturmtagskanoniere ein. Bürgermeister Dr. Thomas Schöne überreichte ihr einen guten Tropfen aus Warstein und Hans-Jürgen Raulf schenkte ihr drei Bücher aus der Serie „Belecke – lebendige Geschichte“. (msp)

Impressionen vom Besuch der Ministerin für Heimat, Kommunales und Bauen, Ina Scharrenbach, am Anwesen von Stütings-Mühle: 

So wurde die Ministerin an Stütings-Mühle empfangen.
Vertreter der Stadt und Gruppen des Kultur- und Heimatvereins Badulikum vor dem kleinen Speicher.
Christoph Linn erklärt der Ministern die Funktion des Sägegatters.
Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Warstein, diese Doppelseite ist für Ministerin Ina Scharrenbach.
Jetzt ist die Doppelseite komplett…
…nun noch die Eintragung ins Gästebuch der Sturmtagskanoniere.
In Coronazeit, Ortsvorsteher Heiner Maas mit Belecker Schutzmaske…
…ebenso Sturmtagskanonier Hendrick Schroeck.

Erdbeerkuh begrüßt Radfahrer und Fußgänger am Grabenweg.

Viele haben es schon bemerkt, besonders die Radfahrer, dass auf der Wiese am Grabenweg eine neue Belecker Kuh ihren Platz gefunden hat.  

Auf der Wiese am Grabenweg, Ecke Sellerweg: Die Erdbeerkuh ist ein Hingucker für Jedermann. 

Wie ist es dazu gekommen? Im vorigen Jahr hatten Jugendliche die Belecker Kuh von Rüdiger Schulte, die ursprünglich Rudolf Hoppe gehörte, auf seiner Wiese am Grabenweg irreparabel zerstört. Als Peter Eickhoff von diesem Vorfall hörte, schenkte er ihm seine Kuh von 2007. Auch sie wurde vor einigen Jahren von Unbekannten Personen in die Möhne geworfen. Um sie noch halbwegs zu retten, musste Peter Eickhoff das Euter der Kuh zerschlagen, damit das Wasser auslaufen konnte. Außerdem fehlten die Ohren und im Bauch war ein riesiges Loch. Seit dieser Zeit fristete sie ein Leben im dunklen Keller bei Eickhoffs und war ganz verstaubt.  

Damit die Erdbeerkuh nicht ganz allein auf der Wiese steht, hat Rüdiger Schulte eine zweite Belecker-Kuh mit Stadtwappen aufgestellt.

Trotzdem, dass Rüdiger Schulte künstlerisch ein äußerst unbegabter Mensch ist, hat er sich an die Reparatur der Eickhoffschen Kuh getraut. Mit Glasfasermatten, Harz und Farbe hatte er in gefühlten 25 Arbeitsstunden die Kuh wieder hergerichtet. Und da Rüdiger Schulte sehr gerne Erdbeeren isst und er sich schon auf die kommende Erdbeerzeit freut, hatte er sich für eine Erdbeerkuh entschieden. Der Kopf grün, der Körper und die Hörner rot mit gelben Punkten, so schenkte er ihr ein zweites Leben und sie ist jetzt ein echter Hingucker für Jedermann geworden.  

Der Almabtrieb von 2007 ist für viele noch in guter Erinnerung, denn „Belecke ist halt kuh‘l“. „Es ist schade, dass so viele Belecker Kühe in irgendwelchen Lagerhallen, Kellern oder Garagen ein tristes Kuhleben führen müssen, man sollte sie wieder für jeden sichtbar aufstellen“, animiert Schulte die Gewerbetreibenden und freute sich über seine erfolgreiche Arbeit.  (msp)

Eine-Welt-Laden ab 4. Mai wieder geöffnet!

Liebe Kundinnen und Kunden,
nachdem alle notwendigen Maßnahmen getroffen sind, freuen wir uns ab dem 4. Mai täglich von 17 -18 Uhr auf ein Wiedersehen in unserem
Eine-Welt-Laden in der Wilkestraße 11 in Warstein-Belecke.

Auch für uns gelten die Maßnahmen / Verordnungen der Landesregierung:

  • Abstand wahren!
    (Daher bitte nur einzeln eintreten!)
  • Maskenpflicht für Kund*innen und Mitarbeiter*innen
    (Bitte denken Sie an Ihre Mund-Nasenbedeckung!)

Unterstützen Sie auch in Corona-Zeiten den fairen Handel vor Ort!

Herzlich willkommen

100 Jahre Kegelclub Badelicum

Solche Bilder begegnen uns derzeit selten. Nicht nur, dass die Herren auf dem Foto sich mit schwarzem Anzug und roter Fliege ganz besonders fein gemacht haben, sie sind auch, für Corona-Zeiten, sehr eng beieinander. Kein Grund zur Sorge! Als hätten sie um die Pandemie geahnt, trafen sich die Belecker bereits im Februar, um ein ganz besonderes Jubiläum einzuleiten. Gemeinsam bildet die Riege die aktuelle Besetzung des Kegelclubs „Badelicum“, der am 22. April seit  exakt 100 Jahren besteht und damit der wohl älteste Kegelverein des Stadtgebiets ist.

Im Jubiläumsjahr 2020:

oben v.l. Günther Bremicker, Alois Zaglauer, Paul Dierkes (Kassierer), Gerd Kroll, Andreas Hunecke
untern v.l. Horst Fenske, Horst Wolter (Präsident) und Bernhard Müller

Neben der anberaumten Generalversammlung und einem leckeren Abendessen im Gasthof Hoppe tauschten die Kegelbrüder, um ihren Präsidenten Horst Wolter, an jenem Samstag zur Karnevalszeit nicht nur viele gemeinsame Erlebnisse aus, sondern tauchten auch ab in die Historie. Und die ist durchaus beeindruckend:

Es war an einem Donnerstag im Jahre 1920 als einige „honorige“  Bürger der Badestadt beschlossen hatten, einen Kegelclub zu gründen. Sie einigten sich auf den Namen „KC Badelicum“ und erarbeiteten gemeinsam Statuten und eine Kegelordnung. Wie zu dieser Zeit preußisch-förmlich üblich, wurden diese sogar mit Brief und Polizeisiegel beglaubigt.  „Unter dem Namen Kegelklub „Badelicum“  zu Belecke vereinigte sich am 22. April 1920 eine Anzahl Herren, um gemeinsam in Freundschaft und Gemütlichkeit, dem Geist und Körper stählenden Kegelsport obzuliegen“ heißt es in Paragraph 1 der Statuten. 

„Diese Gründungspapiere gelten für die heutigen Clubmitglieder unverändert; gleichwohl hat sich der Umgang damit bei den Kegelabenden – der Neuzeit angepasst – stark „liberalisiert“, verrät Pressesprecher Horst Fenske. 

Statuten von 1920
Protokoll einer Generalversammlung
Kegelclub Badelicum 1923

Ihren sportlichen Anfang machten die Gründungsmitglieder, die weitestgehend unbekannt sind, aber drei Jahre später laut Bilddokumentation aus Dr. Heinrich Meinhold, Klemens Padberg, Josef Stüting, Willhelm Eikelmeier, Rudolf Lutter, August Hötte, Franz Happe, August Hagemann, Casper Bracht, August Gödde und Hermann Hagemann bestanden, auf der offenen Bahn im Gast- und Badehaus Ulrich, später im Clemensheim und bei Borghoffs an der Külbe. Da die offenen Bahnen der Witterung ausgesetzt waren, wechselte der Club in die Gaststätte „Zur Altstadt“, zum Kegelwirt „Frönnes“ (Hagemann). 

Wanderpokalsieger 1929

Über 65 Jahre warfen die Belecker dort die Kugel, bis August und Elisabeth Hagemann ihre Gaststätte aus Altergründen aufgeben mussten. Es folgten ein kurzes Gastspiel im Gasthof „Zum guten Hirten“ und ein weiterer Wechsel zur „Inge“ an die Silbke. „Auch hier war im Jahre 2014 wegen Schließung Schluss und wir „gingen fremd“ – außerhalb der Belecker Grenzen – zum „Lindenhof“ nach Warstein“, so Fenske. Nach kurzer Zeit zog es den Club aber wieder in den Ort seiner Namensgebung und bis „Corona“ dem ein Ende setzte, wurde einmal wöchentlich bei „Schulten Anne“ im Gasthof Hoppe gekegelt. 

„Die 100 Jahre des Bestehens bedeuten eine Spanne von fünf bis sechs Generationen in der Mitgliederbewegung“, verweist Fenske auf einige bedeutende Spuren Belecker Geschichte.  Hierzu zählt nicht nur das sorgsam archivierte Original der beglaubigten Statuten, sondern auch das graue „Protokollbuch“, das alle Niederschriften der Generalversammlungen von 1927 bis 1979 beinhaltet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Versammlungsschriften im Sütterlin verfasst. Bis ins Jahre 2005 erfolgte die Dokumentation handschriftlich. „Danach begann auch bei uns die protokollarische Digitalisierung“, so Fenske, der die vorherigen Überlieferungen, in mühevoller Arbeit, für die nachfolgenden Generationen, in Druckform gebracht hatte.

Dass in den frühen Jahren stets in Hemd und Schlips gekegelt wurde zeigt die Ehren-Urkunde für das Jahr 1929. Diese wurde dem Club vom Kegelverein Sauerland in Kombination mit einem Sieger-Wanderpokal überreicht. Ebenso existiert aus dieser Zeit ein clubeigener Pokal, zu Ehren des jeweiligen Jahres-Kegelkönigs. Die Ehrefrauen der damaligen Kegelbrüder spendeten ihren sportlichen Männern zum 10-jährigen Bestehen zudem einen Wimpel, der zu besonderen Anlässen auch heute noch den Tisch schmückt. Bereits im Jahre 1928 gründeten die Damen einen eigenen Kegelclub. „Unschicklichkeit“ kritisierten einige der konservativ eingestellten Männer. „Kegeln war seinerzeit offensichtlich nur als rauer Männersport gelitten. Doch die Belecker hatten gegenüber allem Neuen – im Vergleich zu ihrer Nachbarschaft – aber schon damals eine recht progressive Einstellung.“ 

Ab Kriegsende bis 1949 wurde das Kegeln eingestellt. Danach erlebte der Club unter den Präsidenten Josef Stüting, Hans Eske und Bernhard Müller eine Blütezeit und wuchs im 50. Jahr seines Bestehens auf 17 Mitglieder an. 

KC Badelicum im Jubiläumsjahr 1970 
Oben v.l. Willy Riechmann, August Hagemann (Frönnes), Peter Fischer, Theodor Stemper, Josef König, Mitte v.l. Josef Beule, Gottfried Dertwinkel, Anton Meinold, Peter Eickhoff, Ernst Severin, Johannes Kaup, Unten v.l. Hans Eske, Paul Harward, Josef Stüting, Rudolf Lutter, Dr. Heinrich Meinold und Josef Petrasch. 

Nicht nur solche Jubiläen wurden gebührend gefeiert. Mindestens einmal im Jahr organisierte der Club auch Ausflüge und Exkursionen mit ihren Ehefrauen. Diese führten die Kegler unter anderem nach Helgoland, in die Holstein`sche Schweiz, den Harz, Heidelberg, Würzburg, München, Dortmund, Wuppertal und Wien. Ein besonderes Erlebnis war für alle 2008 der Besuch des VW-Konzerns in Wolfsburg. Zur ihren runden Geburtstagen stifteten die Kegler bereits einige Ruhebänke, die – an den schönsten Stellen Beleckes aufgestellt  zur Muße einladen. Die anstehende Jubiläumsfahrt nach Holland hoffen alle gemeinsam und in bester Gesundheit im Spätsommer oder eben „nach Corona“ nachholen zu können. 

Unterwegs mit dem Fahrrad

Ein großer Vorteil ist in der Natur durch die weltweite Coronakrise zu verzeichnen. 40 Prozent wenigen Auto- und Lastwagenverkehr, die Luft ist viel sauberer geworden, einige Menschen erledigen gerne ihre notwendigen Einkäufe mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Vielleicht sollten Sie auch mit Ihrem Fahrrad eine kleine Tour um Belecke unternehmen, mit Ihrer Frau, mit Ihrem Mann, Ihren Kindern. Es ist ein schönes Gefühl bei diesen frühlingshaften Temperaturen die Landschaft mit ihrer frischen Luft in einer Zeit der Pandemie zu geniessen. Versuchen Sie es und lassen Sie sich von den folgenden Fotos inspirieren. Aber bitte immer allein, zu zweit oder mit Ihrer Familie: 

Buschwindröschen am Hesenberg
Kuckucksberg, Warstein
Noch am Vortag im Stall – jetzt auf der grünen Weide, Dahlborn
Alte Kirche, Warstein
Waldwirtschaft Bilsteintal, wegen Corona ist der Zutritt verboten.
Hier ist es die Wäster, in Belecke nennt man sie Wester.
Soestweg, Suttrop
Ein Blick Richtung Rüthen, links der Wasserturm.
Kahlschlag am Soestweg / Kallerweg.
LWL-Verwaltungsgebäude
rechts: Gedenkstätte Treisekapelle für die Opfer der Euthanasie
Hesenberg
Hinter blühenden Zweigen: Ein Teil des ehemaligen Drahtzugs der Union, später Lehrwerkstatt der Siepmann-Werke
Auf der Haar: Windräder und Raps.
Von der Haar: Ein Blick Richtung Norden.
In der Beiwinde, nördlich von Waldhausen.
Kirschblüte
Altenmellrich
Blühende Bäume auf der Haar.
Ein beliebter Radweg auf der Haar.
Und wieder Belecke mit der Propstei-Kirche, dahinter der Kallerweg.

Text und Fotos: Michael Sprenger