Das Pfingstwunder an der Külbenkapelle

“Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden”, so beschreibt die Apostelgeschichte das Pfingstwunder (2, 1-11). Am Pfingstmontag geschieht das auch dort, wo eigentlich traditionellerweise ein Familiengottesdienst gefeiert würde: An der Külbenkapelle in Belecke. So richtet sich das Video des YouTube-Kanals „Katholisch in Warstein“ auch insbesondere an Familien und Kinder und der Familienliturgiekreis Belecke lädt zum Mitmachen ein.

Foto aus dem Jahr 2008

„Katholisch in Warstein“: https://www.youtube.com/watch?v=XYeEfpeSsp8

Feierliche Profess in der Abtei Königsmünster

Am Pfingstsonntag hat der aus Belecke stammende Bruder Vincent Grunwald OSB in der Abteikirche zu Meschede seine Feierlichen Profess abgelegt. Damit versprach er, sich sein ganzes Leben an den Orden der Benediktiner und die Abtei Königsmünster zu binden.

Gott, ich ahne das Wagnis.

Eines Tages lass mich erkennen:

Auf dem Weg ins Leben

lag eine Frage.

Ich habe JA gesagt.

Dieser Ausschnitt aus einem „Gebet aus Königsmünster“ ist auf der Einladung zur Feierlichen Profess von Bruder Vincent Grunwald OSB zu finden. Eigentlich sollte sie schon am 4. Fastensonntag stattfinden. Das war aus den bekannten Gründen nicht möglich, und so fand sie im Beisein seiner Verwandten und Freunde am Pfingstsonntag, den 31. Mai 2020, in der Abteikirche statt.

An Pfingsten erinnert die Kirche an die Sendung des Heiligen Geistes und an den missionarischen Aufbruch der ersten Jünger Jesu, die begannen, die Frohe Botschaft des Auferstandenen allen Menschen zu verkünden. Im Gelübde auf Lebenszeit bindet sich der Mönch ganz an Gott und die Gemeinschaft vor Ort. Als Missionsbenediktiner übernimmt Br. Vinzent damit auch die Sendung unserer Kongregation.

Das macht auch der Gesang deutlich, den Br. Vincent nach dem Verlesen der Professurkunde anstimmte: „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!“ Der Friedensgruß an den Neuprofessen durch die Brüder konnte nur auf Distanz gegeben werden – aber nicht weniger herzlich. Wie auch die Glückwünsche der Menschen, die Br. Vincent auf seinem Weg begleitet haben.

Bruder Vincent wurde 1989 in Belecke geboren. Er studierte Theologie in Paderborn und Freiburg. Nach einem „Kloster auf Zeit“-Aufenthalt trat er 2015 in die Abtei Königsmünster ein. Er engagiert sich in unserer Gemeinschaft als Organist, im Gastbüro und in der geistlichen Begleitung von Einzelgästen und Gruppen.

Am Samstag nach Pfingsten (6. Juni) wird Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB ebenfalls in der Abteikirche Bruder Vincent die Diakonenweihe spenden.
Es sind besondere Meilensteine auf seinem Lebensweg, die seine Heimatgemeinde gerne gebührend mitfeiern würde. Wegen der außergewöhnlichen Umstände können die meisten das leider nur aus der Ferne, aber doch auch intensiv im Gebet verbunden.
Wir gratulieren Bruder Vincent sehr herzlich und wünschen ihm Erfüllung, Freude und Gottes Segen auf seinem weiteren Lebensweg. Wir hoffen, dass wir seine Priesterweihe, die für den 13. Dezember geplant ist, in angemessener Form miteinander feiern können.

Schatzkammer Propstei öffnet wieder

Nachdem die CORONA-bedingte Schließung der Museen aufgehoben ist, öffnet auch das Museum Schatzkammer Propstei Belecke unter Beachtung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Verhaltensstandards seine Pforten. So freuen sich die Mitglieder des ANNO-Museumskreises ab Mittwoch, den 03. Juni wieder Besucher im Museum begrüßen zu können. Dabei ist für die Aufsichtsführenden wie für Besucher das Tragen von Gesichtsmasken (Mund-Nasenschutz) ebenso notwendig wie das Einhalten der Schutzabstände zwischen den im Museum befindlichen Personen. 

Abtskapelle, im Stadtmuseum Schatzkammer Propstei

Außerdem sollen nicht mehr als zehn Besucher, verteilt in den einzelnen Ausstellungsräumen, gleichzeitig anwesend sein. Entsprechende Hinweistafeln machen auf diese Verhaltensregeln aufmerksam. Auch Desinfektionsmittel stehen zur Nutzung bereit. Im Bereich des Informations- und Auskunftstandes ist eine Hygieneschutzwand eingebracht, die für zusätzlichen Schutz zwischen Besucher und Aufsichtspersonen sorgt. Durch diese Maßnahmen ist ein ungefährdeter und damit entspannter Besuch im Museum gewährleistet. Das Museum ist ab kommenden Mittwoch wieder zu den bekannten Zeiten mittwochs – samstags – sonntags jeweils von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der ANNO-Museumskreis hofft, dass nun zahlreiche Interessierte gerne das Besuchsangebot annehmen.

Trotz Corona – Böllern an der Külbenkapelle aber ohne Besucher!

Der 572. Sturmtag fand nicht in gewohnter Weise statt. Die Kanoniere stellten wegen der akuten Coronapandemie ihre Kanonen zum Böllern nicht an ihrem gewohnten Platz an Stütings-Mühle auf. Ersatzweise und ohne Zuschauer fand das Böllern an der Külbenkapelle statt. Schon in früheren Zeiten hatten hier und am Teufelsloch die Belecker diese Tradition gelebt. 

Traditionelles Böllern – diesmal an der Külbenkapelle.

Es war schon ein wenig befremdlich, das nur die Sturmtagskanoniere und einige Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Badulikum zur Külbenkapelle kamen, ganz nach den vorgegebenen Hygienevorschriften mit Maske und auf Abstand. Ohne Besucher, ohne rustikales Frühstück, ohne die Gäste aus Soest und ohne die Freunde der beliebten Böllertradition. Pünktlich um fünf Uhr waren die ersten Böller zu hören und dann im Viertelstunden Takt bis acht Uhr. Anschließend besuchten die Belecker das Sturmtagshochamt in der Heilig-Kreuz-Kirche. (msp)

Auch in Corona-Zeiten wird am Belecker Sturmtag geböllert – aber ohne Besucher

Kultur- und Heimatverein Badulikum setzt jahrhundertealtes Böller-Brauchtum ohne Öffentlichkeit fort / Besuch des morgendlichen Hochamtes erwünscht 

Der Belecker Sturmtag erinnert seit Jahrhunderten an den vergeblichen Versuch marodierender Soester Horden zu Zeiten der Soester Fehde, im Jahre 1448 die Stadt Belecke zu plündern. Der erfolgreichen Abwehr wird bis auf den heutigen Tag alljährlich durch das morgendliche viertelstündliche Böllern am Mittwoch vor Pfingsten von 05:00 Uhr bis 08:00 Uhr und einen Gottesdienst erinnert. Daran soll auch im Jahre 2020 festgehalten werden – wenn auch ganz anders, als es die Belecker Bürgerschaft und ihre zahlreichen Gäste gewohnt sind. Denn im “Corona-Jahr 2020” wird das Böllern ohne jede Öffentlichkeit stattfinden müssen. Hans-Jürgen Raulf, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Badulikum e. V. (KuH), erklärt mit seinen Kollegen aus dem geschäftsführenden Vorstand: “Unser Brauchtum ist uns wichtig. Daher wollen wir den Sturmtag nicht ausfallen lassen. Wir bitten aber um Verständnis, dass das Böllern umständehalber in diesem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen muss. Wir versichern, dass der KuH mit seinen Untergliederungen diesen Vormittag so würdevoll wie möglich trotz der Einschränkungen begehen wird.” 

Zum traditionellen “Sturmhochamt”, in diesem Jahr von Pastor Ralf Hubert Bronstert um 08:00 Uhr zelebriert in der Heilig Kreuz-Kirche, sind alle Stadtvertreter, die Belecker Vereinsvertreter und die Bevölkerung dagegen herzlich eingeladen. Noch einmal Hans-Jürgen Raulf: “Wir haben uns an die früheren Jahre erinnert, wo das “Sturmhochamt” stets am Vormittag – sogar zu noch früherer Uhrzeit – zelebriert wurde. Daran wollen wir in diesem Jahr anknüpfen.” 

Die gemeinsame Sturmtagsfeier am Abend muss wegen der aktuellen Beschränkungen in diesem Ausnahmejahr gänzlich ausfallen.

Kaiser-Heinrich-Bad nach sieben Wochen wieder geöffnet – Eine neue Belecker Kuh begrüßt alle Sportler

Bereits in der vergangenen Woche wurde das Kaiser-Heinrich-Bad nach sieben Wochen für die normal Sporttreibenden wieder geöffnet. „Jeder muss einen Zettel ausfüllen, jeder bekommt sein Desinfektionsmittel und kann seinen sportlichen Aktivitäten an den Geräten nachgehen. Wir haben sie im vorgeschriebenen Abstand aufgestellt, so dass keiner der Sportler einen Mund- Nasenschutz tragen muss. Hinweisschilder sind aufgestellt und Bodenmarkierungen angebracht“, berichtetet Thomas Heutger, Inhaber des Kaiser-Heinrich-Bades. Alle müssen in ihrer Sportkleidung kommen, Duschen und Umkleiden bleiben vorerst geschlossen.  

Eine neu designte Belecker Kuh mit dem Logo des Kaiser-Heinrich-Bades und der Salzgrotte, darüber freuen sich Thomas und Petra Heutger (r.) sowie Andreas Berger, der die Idee umsetzte.

In den vergangenen sieben Wochen hatten Thomas und Petra Heutger sehr viel zu tun. Sie nutzten die Zeit um dringend notwendige Schönheitsreparaturen durchzuführen. Petra Heutger, ärztlich geprüfte Fußpflegerin, freut sich, dass sie jetzt in einem neuen Behandlungsraum ihre Patienten empfangen darf. Und sie mussten neue Inspiration für ihren Betriebe an der Mülheimer Straße erarbeiten.  

Thomas und Petra Heutgers sind auch in diesen schwierigen Zeiten für eine Überraschung bereit. Sie sind jetzt Besitzer einer eigenen Belecker Kuh. Einige Jahre hatte dieses Rind aus Glasfaser seinen Platz an der Lanfer an der Autowerkstatt Sommerfeld, direkt an den den WLE-Eisenbahnschienen gefristete. Doch dann durfte sie nach Angaben der WLE dort nicht mehr stehen und sie bekam ihr „Gnadenbrot“ im Hinterhof, vertaubte und geriet in Vergessenheit. Bis dass Thomas davon erfuhr und sie zu Beginn des Jahres übernahm. Er hatte schon die passenden Idee, sprach mit Andreas Berger und beide heckten eine neue Verwendung aus. Nach Reinigung und kleinen Reparaturen bemalte Andreas Berger sie passend für den neuen Standort am idyllisch gelegenen Kaiser-Heinrich-Bad. Das Fell in grün, auf die Rippen das Kaiser-Heinrich-Bad, an die Flanken grobe Salzsteine und eine Lore mit Acrylfarbe gemalt. So steht sie nun mit Zaumzeug, einer rosafarbenen Leine vor dem Bad und begrüßt die Sportler nach der Coronapause.  

Ab Montag dieser Woche begannen die Reha-Sportler wieder mit ihren sportlichen Aktivitäten. „Wir haben uns dazu entschlossen diese in den Außenbereich, auf einen Teil des abgesperrten Parkplatzes zu verlegen. Es ist zwar nur bei gutem Wetter möglich, aber es geht nicht anders“, berichtet Thomas Heutger und freut sich, dass das Kaiser-Heinrich-Bad wieder mit Leben gefüllt wird.  

Petra Heutger in ihrem neuen Behandlungsraum für Fußpflege. 

Gleichzeitig eröffnet das Zentrum für Fitness, Wellness und gesunde Füße nach dieser Zwangspause, die ihnen seit dem 17. März 2020 auferlegt wurde wieder ihre Salzgrotte. Die dreiviertelstündigen Sitzungen werden für alle Besucher sehr entspannt sein, da der Sicherheitsabstand und die Hygienevorschriften eingehalten werden müssen. Es stehen somit pro Sitzung weniger Plätze zur Verfügung. Aber wichtig für die Besucher ist das Einatmen der Sole, die das körpereigene Immunsystem stärkt und so zur Gesunderhaltung beiträgt. „Die Inhalation von Sole hilft so gegen die Übertragung von Viren“, so Petra Heutger und freut sich auf ihre Kunden. (msp) 

Arbeiten gehen gut voran. Es ist immer noch eine Baustelle und darf nicht betreten werden!

Es ist für jeden sichtbar. An Stütings-Mühle wird in diesen Tagen an mehreren Stellen gearbeitet. Die Treppe vor der Stadtbücherei wurde abgerissen, da eine Gasleitung neu verlegt werden musste. Die Bücherei ist in dieser Bauphase nur über den hinteren Zugang vom Ortsvorsteherbüro aus, am Sägegatter vorbei zu den normalen Öffnungszeiten erreichbar. 

Die Renaturierung der kleinen Wester ist im Bereich von der Paul-Gerhardt-Strasse bis fast an Stütings-Mühle in der Endphase. Direkt am Wasser wurde an einigen Stellen bereits Grassamen aufgebracht und die Aufstellung der Zäune in den Westerwiesen vorbereitet. Hier können in absehbarer Zeit wieder Rinder und Kühe grasen. Überall am Flusslauf ist von den Baggerarbeiten immer noch Lehm zu sehen, im Wasser liegen Bäume, teilweise sind junge Blatttrieb zu erkennen, dicke Steine liegen im Wasser und bieten kleinen Tieren ein sicheres Versteck, Hochwasserausgleichsbereiche schliessen sich an. Doch schon in den nächsten Wochen wird es sich ändern. Hat sich dann erst einmal die Vegetation breit gemacht, wird alles grün sein. Das Gras wird im Uferbereich wachsen, die verschiedensten Vögel, Bisamratten, Enten und weitere Tiere finden hier in der renaturierten Wester ein neues Zuhause. Und der Spaziergänger findet hier ebenso seine Ruhe wie die weidenden Kühe, Ziegen, Rindern und Pferde, kurz, dieser Ort wird demnächst zum Verweilen einladen. 

Für den neuen Radweg von der Paul-Gerhardt-Strasse bis zur Mühle ist die Trasse schon fast fertiggestellt. Der Schotter ist gewälzt und eine kleine Brücke aus Fertigbetonteilen errichtet. Hier am Mühlengraben, dem flußaufwärts gelegenen Wehr waren die Erdarbeiten so weit fortgeschritten, dass am Donnerstagnachmittag von den Mitarbeitern des Arbeitskreises Mühlrad Alois Hanses und Christoph Linn das Wehr probeweise geöffnet wurde. Einige Dutzend Kubikmeter Westerwasser stürzten mit lauten Getöse in wenigen Minuten testweise über die Schräge in den von den Mitarbeitern der Firma Redeker mit Baggern modelliertem Flussbett. Die Männer zeigten sich überaus zufrieden mit ihrer Arbeit. Nur zwei Forellen fanden es nicht so gut, sie zappelten in kleinen Pfützen und nur durch beherztes Einreifen der Anwesenden wurden sie aus ihrem Gefängnis befreit.  

Geplant war, dass der Radweg am 15. August 2020 seiner offiziellen Bestimmung übergeben werden soll. Dieser Termin ist wegen der Coronapandemie ins wanken geraten. Aber dies hindert das Unternehmen Redeker nicht daran weiter zu arbeiten. Schotter- und Asphaltschichten sind noch aufzutragen, Strassenlampen zu installieren und Ruhebänke aufzustellen. Darüber freut sich Ortsvorsteher Heiner Maas ganz besonders. Als Sponsoren für eine Bank und zwei Bäume konnte er den Stammtisch “Die Platzhirsche” gewinnen. Der Damenstammtisch “Lecka Määdsche” spendierte eine zweite Ruhebank. Für eine Dritte geplante Bank fehlt ihm noch eine sichere Zusage. 

Im direkten Bereich der Mühle ist schon von weitem ein riesiger Schotter- und Sandberg zu sehen, dazwischen schmale und breite mit Wasser vollgelaufene Gräben, sowie große und kleine Bagger. Hier wird in den nächsten Wochen noch einiges geschehen müssen. Eine Fischtreppe vom Bereich unterhalb des Wasserrades zur kleinen Wester wird angelegt. Um das Sägegatter oder die Naturbühne zu erreichen ist hier noch eine Brücke aufzustellen und die Stadtbücherei erhält einen neuen Eingang. Vor Hochwasser schützt ein großer Deich die gesamte Anlage Stütings-Mühle. Sind diese Arbeiten in den nächsten Monaten abgeschlossen ist Belecke um eine Attraktion reicher. Das Ensemble Stütings-Mühle mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zur Erholung wird sicherlich gern angenommen. 

Noch ist es eine Baustelle und so lange ist der Zutritt für die Bürger nicht gestattet!  

Am Zugang zum kleinen Speicher wurde ein rollstuhlgerechter Weg angelegt, damit sich jedermann an der an dieser historischen Stätte umsehen und erholen kann. Nachdem das Dach des Sägegatters im vergangenen Monat erneuert, im Bunker aus dem zweiten Weltkrieg noch einige Restarbeiten zu erledigen sind, errichteten die Sturmtagskanoniere und Nachtwächter in den letzten Tagen die Fundamente für einen Zaun am Mühlengraben. Die Lärchenbretter hierfür sägt natürlich der Arbeitskreis Mühlrad aus Baumstämmen, die ihnen von der Stadt dafür gegeben wurden. Fotos und Text: Michael Sprenger