Start zum 578. Sturmtag – Böllern gehört zur Tradition

Der erste Schuss aus der Drillingskanone um 5 Uhr.

Um fünf Uhr startete der 578. Sturmtag mit Böllern an Stütings-Mühle. Kanonierssprecher Henrik Schroeck meldete Ortsvorsteher Heiner Maas den Start zum Sturmtag und begrüßte auch Warsteins Bürgermeister Max Spinnrath. Bereits zu dieser frühen Zeit waren mehrere Dutzend Belecker und Freunde des Traditionsfestes auf dem Gelände und warteten auf die ersten Böllerschüsse. Dazu gehörten ebenso die Nachtwächter mit ihrem Sprecher Engelbert Stemper und die Bürgerschützen aus Soest mit Ehrenoffizier Rolf Lohmann. 

Das amtierende Königspaar der Bürgerschützen Andreas und Dominik Wisniewski zünden einen Böller.

Die Soester waren nicht ohne Grund gekommen. Zum einen hegen die Belecker seit einigen Jahren eine sehr gute Beziehung zu den Soestern, zum anderen sollten die Sturmtagskanoniere mit dessen Kanone „Flinke Grete“ schiessen. 

Sturmtagskanoniere mit Musiker Johannes Kappen aus Züschen.

Nach der ersten Böllersalve mit Salutböller, Handböller, Kanonenböller aus der Drillingskanone und diversen kleinen Kanonen, die aber sehr wirkungsvoll lärmten, legte sich ein dicker Nebel auf die Wiesen an Stütings-Mühle. So oder ähnlich musste es 1448 gewesen sein, als die Soester Söldner die Stadt Belecke mal eben im Vorbeigehen erobern wollten. Der Überfall wurde von den Bürgern erfolgreich abgewehrt. Leider verlor der damalige Bürgermeister Wilke dabei sein Leben. 

Fünf Schuss aus den Handböllern, völlig synchron!!

Traditionell laden die Sturmtagskanoniere schon ab fünf Uhr zu einem Frühstücksbuffet am Sägegatter ein. Frei nach den Worten „Frühstück ohne Ende gegen einer Spende“. Und über einhundert Gäste, Belecker, Frühaufsteher und Freunde liessen sich, regengeschützt in Zelten das Frühstück mit frisch gebrühtem Kaffee gut schmecken. Alle 15 Minuten wurde die Gemütlichkeit durch lautstarkes Böllern aus den Kanonen unterbrochen. Im Laufe des frühen morgens gesellten sich auch die „Wöske Schnaodloipers“ mit ihrem ersten Vorsitzenden Marc Albers in das Geschehen. Ebenso begrüßte Heiner Maas Soest Bürgermeister Marcus Schiffer. Er kennt Belecke aus seiner Tätigkeit als Lehrer an der Hauptschule noch sehr gut. 

Auch Jenny Swienty versucht sich erfolgreich als Kanonierin.
Ein Schuss aus Sicht des Kanoniers.

Imposant ist immer wieder der Anblick von fünf Kanonieren, wenn sie mit ihren Handböllern auf die Sekunde genau den Abzug ziehen und fünf Feuerstrahle aus dem kurzen Lauf schiessen. Es klappt nicht immer aber die Kommandos von Christian Stemper sind direkt. Das Interesse der Besucher direkt am Böllern teilzunehmen ist ungebrochen. Dazu bieten die Kanoniere gerne eine elektrische Zündung aus sicherer Entfernung an. Als Belohnung gibt es einen Button „ich kann böllern“. 
(Text und Fotos: Michael Sprenger)

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