
Der Anno-Kreis hat eine Fotoausstellung im Stadtmuseum Propstei vom Bau der Heilig-Kreuz-Kirche zusammengetragen und damit die Leistung der damaligen Erbauer gewürdigt. Dies ist jetzt 65 Jahre her. Pfarrer Josef Müller, er übernahm am 23. November 1958 die Gemeinde, hatte den Auftrag des Erzbistums Paderborn in Belecke eine Kirche zu bauen. Schon drei Monate später bestätigte er den Kauf des Geländes zwischen Lanfer und Linnhofstraße, heute Adolf-Kolping-Straße.
Die historische Entwicklung, durch die Industrieansiedlung und den Flüchtlingsstrom nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl. Anfang der 1950er Jahre lebten in Belecke etwa 3200 Menschen und über 2000 Gläubige besuchten jeden Sonntag die fünf angebotenen heiligen Messen in der St. Pankratius-Kirche. Also musste eine weitere Kirche gebaut werden. Mit viel Engagement begannen die Planungen. Am 30. Oktober 1960 folgte die Grundsteinlegung und fast ein Jahr später, arm 7. Oktober 1961 die Weihe durch den damaligen Weihbischof Paul Nordhues.

Pfarrer Markus Gudermann berichtete über diese Zeit und meinte zu den etwa 20 Besuchern: „Was ich mir in den letzten Tagen angelesen habe, dass schüttelt ihr doch aus den Ärmeln, ihr habt die Zeit doch miterlebt“. Dabei berichtete er auch über die Kosten des Kirchbaus. Der Rohbau kostete 618.191 D-Mark und die Gemeinde musste 128.000 D-Mark aufbringen. Heute wären es 364.000 Euro. „Unmöglich, so einen Betrag von der Gemeinde zu verlangen“, berichtete er weiter. Aber damals funktionierte es. Jeder Gläubige war bereit regelmäßig einen Betrag für den Kirchbau zu bezahlen.
Die Kirche für die Gläubigen sollte eine Investition in die Zukunft sein, gleich für mehrere Jahrhunderte, so hatte es Pfarrer Müller festgehalten. Aber dies hat sich in den letzten Jahren ganz genau ins Gegenteil umgewandelt. Die unter Denkmalschutz stehende Heilig-Kreuz-Kirche werde verkauft. Es folgt die Profanierung, die Entwidmung. Nach einem letzten Gottesdienst werde man die sakralen Gegenstände entnehmen und das Gebäude der Welt wieder übergeben, so Gudermann.
Bereits vor 15 Jahren, zum 50-jährigen Bestehen der Heilig-Kreuz-Kirche, hatte der Anno-Kreis eine fast ähnliche Ausstellung zusammengetragen und sie den Interessierten Besuchern vorgestellt. Für den Betrachter, der diese Zeit miterlebt hat ist es eine Erinnerung, für die anderen eine Leistung, die aufgebracht wurde. Vielleicht ist es eine Anregung für die Schulen diese Ausstellung im Rahmen des Religionsunterrichts zu besichtigen. Diese Fotoausstellung ist noch bis zum 20. Dezember 2026 geöffnet. Mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung. (msp)
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