Vogel ist getauft – das Schützenfest kann beginnen – wieder mit lateinischem Namen

Königspaar Andreas (r.) und Dominik Wisniewski mit Schreinermeister Heinz Schönemann. (msp-Foto)

Belecke – Seit nunmehr 60 Jahren ist es eine schöne Tradition, dass das Königspaar zusammen mit einigen Damen und Herren vom Hofstaat und dem Vorstand der Bürgerschützengesellschaft den neu geschaffenen Schützenvogel begutachten. Gewöhnlich in der als historisch zu bezeichnenden Schreinerwerkstatt von Meister Heinz Schönemann. Dabei wird der fast 150 Zentimeter breite und über zehn Kilogramm schwere Vogel nicht nur genau in Augenschein genommen, sondern erhält auch seinen letzten Pinselstrich. Mit siecherer Hand zog Königsgemahl Dominik Wisniewski den Strich und taufte ihn auf den Namen: „Avis Rhenana advoocati ovorum Potator ex sublimi cidente Belecensi“. Diese lateinische Benennung ist bei den Belecker Königspaaren wohl ein Brauch und bedeutet so viel wie „Der Rheinische, Eierlikör blinkende Vogel aus dem erhabenen Belecker Westen“. Diese Vogeltaufe wird traditionell in einem Buch festgehalten. Es ist übrigens das zweite Album dieser Art. Nach 59 Jahren war das Bisherige bis auf die letzte Seite mit vielfältigen Erinnerungen vollgeschrieben. 

Der als Weißkopfseeadler dargestellte Schützenvogel ist wieder mit goldenem Reichsapfel und Zepter dekoriert. Vor seiner Brust ein Wappen mit dem Logo der Bürgerschützengesellschaft, dem Wappen der Stadt Belecke und dem der Stadt Remagen am Rhein, der Geburtsstadt von Königsgemahl Dominik Wisniewski. Als Eierlikörfans hing das Königspaar dem Vogel einen Orden in Form einer Flasche um den Hals. Wieviele Gewehrschüsse der Vogel am kommen Samstag wohl aushalten wird, darüber fachsimpelten die Schützen in der Werkstatt, sie Schätzungen liegen zwischen 100 bis 180 Schuss. (msp)

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