Verleihung des päpstlichen Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“

„Die Nachricht, dass wir diese außergewöhnliche Auszeichnung erhalten werden, hat uns überrascht – aber auch ein wenig sprachlos und verlegen gemacht. Wir nehmen sie- auch in dem Bewusstsein an, dass sie als Anerkennung für die vielen ehrenamtlichen Helfer unserer Kirchengemeinden zu sehen ist.“ Mit dem päpstlichen Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“ wurden am Freitagabend Norbert Cruse (Belecke) und Heinrich Piekarz (Allagen) ausgezeichnet und bedankten sich – in ihrer bescheidenen Art – herzlich bei allen Wegbegleitern, allen voran ihren Ehefrauen Regina und Josefine, für die langjährige Unterstützung. Regelrecht „ins Rampenlicht gezerrt“ hätte er die beiden Männer müssen, berichtete Pastoralverbundsleiter Pfarrer Markus Gudermann im Rahmen der Feierstunde im Pfarrzentrum St. Pankratius vor 120 Gästen.

v.l. Josefine und Heinrich Piekarz, Norbert und Regina Cruse, Pastor Markus Gudermann.

Dem vorausgegangen war ein Dankgottesdienst in der Belecker Propsteikirche St. Pankratius. Er stand, wie der gesamte Abend, im Zeichen des Dankes. „Norbert Cruse und Heinrich Piekarz war es wichtig, den Blick von sich weg auf die Menschen und auf unseren guten Gott hinzulenken, in deren Gemeinschaft sie all die Jahre gewirkt haben“, so Pfarrer Gudermann zu Beginn des Gottesdienstes.

In seiner Festansprache im Pfarrzentrum betonte Gudermann die große Bedeutung, die das Ehrenamt in der Kirche habe. „Die Laien sind die Kraft der Kirche“ habe jüngst Papst Franziskus in einer Generalaudienz erklärt. Die Zeiten, in denen die Hauptamtlichen als Alleinunterhalter oder gar als Dompteure sagten, wo es langging, sind längst vorbei. Ich bin froh, dass es Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche gibt, die sich für ihren Glauben einsetzen – freiwillig, ohne Bezahlung, mit hoher Verlässlichkeit, großem Idealismus, vielen Ideen und Kreativität.“ Norbert Cruse und Heinrich Piekarz hätten dies bereits „fast ihr ganzes Leben lang“ getan und einen „außergewöhnlichen Einsatz für ihre Kirchengemeinden geleistet“. 

Angefangen als Messdiener in seinem Geburtsort Niederbergheim wurde Heinz Piekarz 1982 Mitglied des Kirchenvorstandes St. Johannes Baptist Allagen. 36 Jahre – bis zum letzten November – hatte er dieses Amt inne. Bereits im Januar 1986 wählte ihn die Gemeinde zum stellvertretenden KV-Vorsitzenden – dies blieb er bis zu seinem Ausscheiden. Seit 2012 war er zudem zum geschäftsführenden Vorsitzenden ernannt worden. In seine Amtszeit fielen unter anderem folgende Projekte: Renovierung der Pfarrkirche St. Johannes Baptist (1983, 2001), der Kapelle St. Antonius und St. Luzia Niederbergheim (1985, 2014), des Pfarrhauses (1995, 2012), des Pfarrheims (2006). Maßgeblich beteiligt war Heinz Piekarz auch an der Planung und Erweiterung des Kindergartens St. Antonius (1993/94), sowie an der Gestaltung und Erneuerung des Rosengartens. Ein besonderes Anliegen war dem Preisträger sich außerdem um alle Pachtangelegenheiten zu kümmern und eine neue Nutzung für das ehemalige Schwesternhaus „Antoniusstift“ anzustreben. Seit Anfang 2016 lebt dort eine syrische Familie, deren Betreuung der Geehrte übernommen hat. Zudem war Heinz Piekarz 1994 für eine Amtszeit Mitglied des Kirchensteuerrates und hat sich in allen Bereichen der Kirchenvorstandsarbeit in außerordentlicher Weise eingesetzt.

Auch Norbert Cruse war nach seiner Erstkommunion bis zu seinem 18. Lebensjahr Messdiener. Seit 1958 war er Mitglied der, zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau befindlichen, Pfadfindergruppe. Ab 1963 übernahm er Verantwortung in der Pfadfinderschaft als „Siedlungsführer“. Um die Voraussetzungen zu schaffen, dass Belecke ein eigenständiger DPSG-Stamm wurde, besuchte Cruse erfolgreich die notwendigen Fortbildungen. 1966 erhielten die Belecker Pfadfinder ihre Ernennungs-Urkunde und Norbert Cruse wurde ihr Stammesvorsitzender. Als Leiter der Pfadfinderstufe begleitete er von 1968 bis 1979 die jährlichen Freizeiten und Zeltlager. In den 60er Jahren arbeitete der Geehrte zudem im BDKJ  als stellvertretender Pfarrjugendleiter. Auch im Belecker Jugendkarneval, der damals Teil der kirchlichen Jugendarbeit war, war Norbert Cruse aktiv. Von 1981 bis 1993 war er zudem Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Pankratius und dort u. a. bis 2007 Redaktionsmitglied des jährlichen Weihnachtsbriefes. Zu dieser Zeit war er außerdem für zehn Jahre Mitglied im Dekanatspastoralrat des Dekanats Rüthen. 21 Jahre (1997-2018) Mitgliedschaft im Kirchenvorstand St. Pankratius, davon sieben Jahre als stellvertretender Vorsitzender (2001-2018) und neun Jahre (2009-2018) als geschäftsführender Vorsitzender runden das langjährige Wirken Cruses ab. In diese Zeit fielen/fallen folgende Projekte: Umbau des Pfarrzentrums, sowie der Kindergärten St. Pankratius, Heilig Kreuz und des Anno-Hauses, Errichtung und Unterhaltung des Stadtmuseums „Schatzkammer Propstei“, Außensanierung der Propsteikirche St. Pankratius, Innenrenovierung der Heilig-Kreuz-Kirche, Restaurierung der Altäre und Innenausstattung der Propsteikirche und Außensanierung der Külben- und Kreuzkapelle. Eine besondere Aufgabe in Cruses Amtszeit sei zudem die Zusammenlegung der Kirchengemeinden Beleckes in Form einer Rückpfarrung gewesen. Der Geehrte habe sich auch stets um die Pflege der Grünanlagen um Kirchen und Pfarrhaus gekümmert und zu diesem Zweck einen Kreis ehrenamtlicher Helfer ins Leben gerufen. „Norbert Cruse und Heinz Piekarz haben sich mit ihrer jeweiligen Kirchengemeinde identifiziert und waren stets anerkannte Repräsentanten vor Ort, unsere Zusammenarbeit war immer von großer gegenseitiger Wertschätzung und uneingeschränktem Vertrauen geprägt. Außerdem haben sie die nötigen Veränderungen des Pastoralverbundes zu jeder Zeit konstruktiv und loyal mitgetragen“, dankte Gudermann abschließend auch im Namen seiner Vorgänger, beider Kirchengemeinden und „der Menschen dort“. 

Gaby Schmitz


Informationen zum „Pro Ecclesia et Pontifice“ 
Das Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice (lat. „Für Kirche und Papst“) ist eine päpstliche Auszeichnung für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes. Es wurde von Papst Leo VIII 1888 gestiftet.
Das Ehrenzeichen besteht aus einem stilisierten Kreuz, dem Wappen des Heiligen Stuhls und der Inschrift “Pro Ecclesia et Pontifice”. In der Mitte des Kreuzes sind die Apostel Petrus und Paulus dargestellt. Gehalten wird es von einem breiten Ordensband in den Kirchenfarben Gelb und Weiß.

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