
So viel Qualm und Dampf hatten die Eisenbahnfreunde in den letzten zwei Jahren nicht mehr gesehen. Der Eisenbahn-Traditionsverein Lengerich hatte die Ausfahrt nach Warstein organisiert.. Darüber freuten sich nicht nur die Mitreisenden, auch an der Strecke standen viele Schaulustige und kamen in Schwärmen. Sie hatten ihre Fotoapparate oder Filmkameras auf Stative montiert und jeden Meter den der Zug fuhr, festgehalten. Am Uelder Bahnhof gab es eine Sondereinlage. Der Zug fuhr einige hundert Meter zurück in Richtung Anröchte, um dann unter Volldampf wieder in den Uelder Bahnhof einzulaufen. Ein Highlight für die Eisenbahnfans.

Die 78 468 ist eine über 100 Jahre alte Dampflok und zog ihre neun Personenwagen von Lengerich kommend über Hamm, Neubeckum, Lippstadt bis nach Warstein. Sie wurde 1923 bei der Lokomotivfabrik Henschel und Sohn in Kassel gebaut und ein Jahr später in Dienst gestellt. Durch mehrere Verkäufe gelangte die 14,8 Meter lange, 105 Tonnen schwere und mit einer Leistung von 1140 PS starke Lok zu den Eisenbahnfreunden nach Lengerich.

Bei der Fahrt am Samstag unterstütze sie die Verschubdiesellokomotive V 36 412 aus dem Jahr 1950. Eine Besondere Herausforderung ist immer wieder der Anstieg über den „Westfälischen Semmering“, so wie er von den Eisenbahnern gerne genannt wird. Gemeint ist die Strecke von Anröchte nach Belecke, mit der größten Steigung im Bereich der WLE-Eisenbahnstrecken. Beide Lokomotiven sind keine Unbekannten in Warstein, schon seit mehreren Jahren kommen sie immer wieder zur Freude der Eisenbahner.

Mit einer leichten Verspätung kamen die Lokomotiven mit ihren 400 Mitreisenden im Warsteiner Bahnhof an. Dort hatten die Eisenbahn-Freunde Warstein für das leibliche Wohl mit Erbsensuppe, ein Grillstand, einer Cafeteria sowie Kaltgetränke bestens gesorgt. Nach einem Aufenthalt von fast drei Stunden startete der Zug wieder den Rückweg nach Lengerich. (msp)



