Die Menschen wollen Zukunft haben. Es gibt immer eine Zukunft. Kinder sind Zukunft.

Zur Diskussion in der „Belecker Zukunftswerkstatt“ über Einwohnerentwickung von Hermann Kroll-Schlüter:

Der Begriff Demographie bedeutet „Volk beschreiben“ Demographie beschreibt also mit Zahlen und Kennziffern wie sich die Bevölkerungszahl und ihre Struktur (Alter, Geschlecht, Familienstand, Lebensform, Nationalität, Kinderzahl. Region, Gesundheitszustand. u.ä.)  durch demographische Verhaltensmuster verändert.

Im Jahre 1900 lebten 21 % der Weltbevölkerung in Europa, heute sind es weniger als 12 %, im Jahre 2050 werden es nach Schätzungen der UNO weniger als 4 % sein.
Im Jahre 2040 wird das Durchschnittsalter in den USA bei 30 Jahren liegen, in Europa dagegen bei 60 Jahren.

 

Roman Herzog: „Sich mit Demografie zu befassen heißt, sich den großen Zukunftsfragen zuzuwenden, ohne deren Beantwortung dieses Land schweren Zeiten entgegengeht. Deshalb ist es allerhöchste Zeit, sich einer Erkenntnis von Albert Schweitzer zu erinnern: “Keine Zukunft vermag gut zu machen, was du in der Gegenwart versäumst!’“

Der demographische Wandel stellt die Gemeinden vor Herausforderungen, Lösungen zu finden und gleichzeitig eine langfristige Perspektive einzunehmen umso komplexe Verhältnisse eines weitreichenden Umbruchs berücksichtigen zu können.

Demographische Entwicklungen beruhen ausnahmslos auf den Verhaltensweisen der Menschen und diese wiederum sind eingebettet in das soziale, politische und ökonomische Gefüge einer Gesellschaft. Diese Tatsachen werden schon deutlich in den regional  unterschiedlichen Geburtenraten und verweisen auch auf die Bedeutung lokaler Rahmenbedingungen. Also auch auf kommunalpolitisch zu gestaltende Rahmenbedingen. Und tatsächlich erfordert der demographische Wandel eine Vielzahl kommunaler Entscheidungen, fordert in einer Vielzahl kommunaler Handlungsfeldern politischen Gestaltungswillen. Die Kommunalpolitik muss sich in vielen Handlungsfeldern vom Leitbild des Wachstum der Bevölkerung und des Ausbaus der Infrastruktur als  stagnierende und schrumpfende Bevölkerungszahlen fordern eine Orientierung an neuen qualitativen Maßstäben und Kommunalpolitik muss ihre Perspektive zugunsten einer Orientierung an regionalen Verantwortungsräumen erweitern und

Kommunalpolitik kann die demographischen Herausforderungen bewältigen, wenn sie vor allem die Bürgerinnen und Bürger in die politische Entscheidungsfindung einbeziehen.

Demographie- und Familienbericht

Überalterung bedeutet weniger Dynamik, weniger Innovation, Bevölkerungsrückgang bedeutet rückläufige Bedarfsentwicklung mit Konsequenzen für die Finanzen, für die Infrastruktur im Bereich von Kindergarten, Schule, Nahverkehr, Ver- und Entsorgung, Einzelhandel, private Dienstleistung und Wohnungswesen.

Drei demographische Weltrekorde zeichnen dieses Land unter den 200 Ländern der Welt aus: Die Bevölkerungsschrumpfung begann hier zuerst, die Anzahl der lebenslang Kinderlosen ist am höchsten und kein anderes Industrieland verzeichnet eine so starke Einwanderung.

Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz wird es im Jahre 2015 nur noch rund 700.000 Erstklässler geben. Zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch 838.700 Schulanfänger gezählt.

Das können wir immer wieder lesen: Rückgang der Eheschließungen, Zusammenleben ohne Trauschein, sinkende Geburtenraten, ansteigende Scheidungsziffern, zunehmende Anzahl von Singlehaushalten. Dazu einige erfreuliche Tatsachen: Heute sind anteilig an der Gesamtbevölkerung mehr Menschen verheiratet als im 19. Jahrhundert, dass Ehen 30 und mehr Jahre dauern, das Ehen noch nie in der Geschichte der Menschheit solange gehalten haben wie heute. In Deutschland leben noch immer annähernd 90% der unter 18-jährigen mit ihren leiblichen Eltern in einem gemeinsamen Haushalt.

Wir erleben den Anstieg der Einzelpersonalhaushalte seit den 50er Jahren. Das hängt aber nicht mit der vielzitierten Individualisierung zusammen. Auch nicht mit der immer wieder genannten Bindungsschwäche vieler Menschen. In diesem Zusammenhang ist viel wichtiger, dass vor allem Personen ab 70 beitragen zum hohen Anteil an Einzelpersonenhaushalten. Es gibt, in absoluten Zahlen, mehr als doppelt so viel Einpersonenhaushalte, in denen über 70-jährige leben, als solche, in denen unter 30-jährige leben. Der Anstieg an Einzelpersonenhaushalten geht vor allem auf ältere Personen zurück. Wir müssen uns verabschieden von dem Vorwurf, wir lebten in einer egoistischen Singlegesellschaft junger Menschen.

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