Das 4. Belecker Werkstattgespräch

Belecker Geschichte bleibt spannend !!

“Geschichte ist langweilig! Das meiste ist doch alter Kaffee! Was könnte es auch Neues an der Vergangenheit geben?” Auf solche und ähnliche Aussagen trifft man häufig. Sie bleiben aber trotzdem falsch. Geschichte ist alles andere als langweilig, eindeutig und unveränderlich.

Jede Zeit hat ihre eigene Sicht auf die Geschichte, und Geschichte muss für jede Zeit neu erzählt und erklärt werden. In dem Buch “Zeitreise”, das zum Belecker Stadtjubiläum im Mai diesen Jahres als 1. Band in der vom Kultur- und Heimatverein Badulikum begonnenen Reihe „Belecke. Lebendige Geschichte.“ erschienen ist, wurden wichtige Daten aus beinahe elf Jahrhunderten neu zusammengestellt und repräsentiert.

“Eigentlich ergaben sich bei jedem Thema auch immer wieder neue Fragen”, sagt der aus Belecke stammende Hauptautor Werner Rellecke, von Haus aus Historiker, über die Arbeit an diesem Buch.

Wie alt ist der Name des Kaiser-Heinrich-Bades? Gibt es überhaupt belastbare Beweise für seine Entstehung im Mittelalter? Und welche Bedeutung besaß in diesem Zusammenhang der Wallfahrtsort Belecke mit dem berühmten Pestkreuz und der Kreuzkapelle?

Die Ursprünge und auch die Namensgebung des Kaiser-Heinrich-Bades liegen weitgehend im Dunkel der Geschichte.

Wie gestaltete sich zum Beispiel das Verhältnis zwischen der Grafschafter Propstei in Belecke und dem Grafschafter Zehnthof in Warstein vom Mittelalter bis 1803? Der Belecker Propst war Stellvertreter bzw. beauftragter Verwalter des Grafschafter Abtes. Der Warsteiner Zehnthof war eine Einnahmestation des Grafschafter Klosters und daher rangmäßig deutlich niedriger anzusiedeln als der Belecker Propst. Über das Verhältnis zwischen beiden benachbarten Grafschafter Institutionen gibt es bisher wenig aufschlussreiche Untersuchungen.

Bis heute ist die Zugehörigkeit zum Benediktiner-Kloster Grafschaft, 1072 gegründet, in der Belecker Altstadt erkennbar wie hier am Wappen der Abtei.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Belecker Geschichte ist die Entwicklung im 19. Jahrhundert. Sie kam wirtschaftlich und politisch einem erheblichen Bedeutungsverlust gleich. Was waren die Gründe? Hatten die Belecker die Zeichen der Zeit zu spät erkannt oder waren es allgemeine Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel der recht geringe Grundbesitz von Stadt und Bürgerschaft?

Diese und ähnliche Fragen sollen am 16. November im Rahmen des 4. und letzten Werkstattgesprächs des Kultur- und Heimatvereins Badulikum von Werner Rellecke unterhaltsam und anschaulich dargestellt werden. Alle Interessierten sind schon heute auf das Herzlichste eingeladen, am 16. November 2013 um 19:30 Uhr in der Rathausstube des Alten Belecker Rathauses dabei zu sein. Den Termin sollte man sich vormerken.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.