Franz-Kesting-Weg und Külbensteine

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Ein kleines braunes Hinweisschild am Parkplatz in unmittelbarer Nähe der B 55, am Ortsausgang Richtung Anröchte, weisst auf den Franz-Kesting-Weg und das Naturdenkmal Külbensteine hin. Franz Kesting lebte von 1872 bis 1948, war Sohn des Försters Kesting aus Belecke, arbeitete als Lehrer in Lippstadt und war Heimatdichter. U.a. schrieb er das Festspiel zur 1000-Jahrfeier 1938. Ab hier muss mach sich zu Fuß auf den Weg machen, um einen schönen Ausblick auf Belecke zu geniessen. In den Jahren 1816 bis 1828 wurde an der Külben-Felsformation Gestein für den Bau der Koblenz-Mindener Landstraße abgebaut, um die preußischen Garnisonsstädte Koblenz und Minden auf kürzestem Weg zu verbinden. Übrig blieben zwei Steine, die heutigen Külbensteine, ein Naturdenkmal. Gut so, denn sonst wäre Belecke um eine Attraktion ärmer.

Der große Külbenstein und...

...der kleine Külbenstein.

 

Ein Blick auf den Beckerhaan

 

Geht man den schmalen Fußweg, der von hohem Gräser und wild wachsenden Brombeeren eingefasst ist, wird man schon nach etwa 100 Metern vor dem großen Külbenstein stehen. Die steile Südwand ragt 15 Meter nach oben, hier haben sich Birkenbüsche breit gemacht. Doch wer sich einen Weg durch das Gestrüpp schlägt, kann von der Nordseite den Ausblick auf Belecke und den Haarstrang geniessen. Tief unten im Külbenstein hatte Familie Siepmann während des zweiten Weltkriegs einen Bunker bauen lassen, dieser ist heute aber nicht mehr zugänglich. Einige ältere Belecker schwärmen immer noch von den Külbensteinen, hier waren die Steine in den 1930er bis 1950er Jahren ein beliebter Treffpunkt. Die in Belecke beliebten Jahrgangstreffen fanden auch an den Külbensteinen statt, hatte man doch von hier einen schönen Blick auf die Stadt. Viele Belecker Familien unternahmen ihre Sonntagsspartiergänge zu den Külbensteinen. Zur Karnevalszeit rücken die Külbensteine immer wieder in den Vordergrund. Dann erhalten verdiente Karnevalisten, die seit vielen Jahren im Hintergrund mitarbeiten, den Külbensteinorden, eine Urkunde mit einem echten Külbenstein.

Möchte man den zweiten, etwas kleineren Külbenstein sehen, führt der schmale, sehr stark bewachsene Weg zum Ziel. Wer ganz mutig ist, der kann hinaufklettern geniesst von hier ebenfalls einen schönen Ausblick auf Belecke.

In der Ferne erkennt man die Külbenkapelle

Jetzt führt der weitere Weg nicht mehr so steil in Richtung Osten. Über den Grasweg, vorbei an Birken und Fichten führt der Weg zum nächsten Aussichtspunkt. Oberhalb von Stierks Wiese hat man einen freien Blick auf den Beckerhaan. Auf dieser Wiese grasen im Sommer die Rinder und ist bei ausreichend Schnee ein sehr beliebter Hang zum Schlittenfahren.

Der weiter flach ansteigende Grasweg führt direkt zur Külbenkapelle. Diese wurde im Jahr 1863 vom damaligen Propst Carl Böckeler, zu Ehren des heiligen Kreuzes, später auch der „schmerzhaften Mutter Gottes“ errichtet. Noch heute finden hier gelegentlich Maiandachten statt und am Pfingstmontag feiern die Belecker bei schönem Wetter ein Hochamt, das an die bis in die 1960er Jahre stattgefunden Pfingstprozession erinnert. Schon seit vielen Jahren ist es eine Tradition, dass in unmittelbarer Nähe das Osterfeuer abgebrannt wird.

 

Ein Blick auf die Belecker Altstadt, links die Petruskirdhe in Warstein und rechts der Lörmecketurm

Külbenkapelle

Innenansicht der Külbenkapelle

Kreuz am Franz-Kesting-Weg.

Der Franz-Kesting-Weg kreuzt nun den Kapellenweg und führt weiter Richtung Osten, oberhalb der Köttenkuhle, dort schlugen in den vergangenen Jahrhunderten die Zigeuner ihr Zelte auf. Von hier aus hat man einen freien Blick auf ein schmales, kleines Tal, parallel zum Effelner Weg. Nach Überlieferungen lag hier Alten-Belecke. Doch für die Menschen die hier lebten, war es eine sehr unsichere Gegend, sie waren umherziehenden Horden und Banden schutzlos ausgeliefert. Da es schon zu dieser Zeit auf dem Bergrücken Beleckes ein Kloster gegeben haben soll, siedelten die Menschen auf den Berg um. Der Franz-Kesting-Weg endet nach fast zwei Kilometern mit herrlichen Ausblicken über den Haarstrang und Richtung Sauerland am Effelner Weg. (msp) 7.8.17

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